Felix: Von der 42 zu Fujitsu

von Nadia Aleksan

Felix: Von der 42 zu Fujitsu

Software Consultant im Außendienst. Das klingt für Felix als gelernter IT-Systemkaufmann attraktiv. Aber nach einem halben Jahr weiß er: Das ewige Hotel-Leben und das Reisen quer durch Süddeutschland sind nichts für ihn. Er kündigt, startet sein Studium bei der 42 Heilbronn im Sommer 2021 – und ist seit September 2022 Software Developer bei Fujitsu.

Fujitsu ist groß. Über 150.000 Mitarbeitende weltweit, davon 4.500 in Deutschland. KI, Cloud, Cybersecurity und IoT: Der Konzern besetzt technologische Schlüsselthemen. Und ist als Arbeitgeber beliebt. Mitte Januar wird Fujitsu mit dem renommierten Top Employer Zertifikat ausgezeichnet. Auf manche Stellenausschreibungen kommen über 100 Bewerber – die in der Regel ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorweisen können. Dass Felix diese Qualifikation nicht vorweisen kann, stört im Bewerbungsgespräch niemanden.

Read the fucking manual

Das Gespräch verläuft gut. Felix erzählt von der 42 Heilbronn und dem methodischen Rüstzeug, das er sich angeeignet hat. Felix: „An der 42 werden dir vom ersten Tag an Aufgaben gestellt, wo du dir denkst `keine Ahnung, wie soll das denn gehen`! Aber dann fuchst man sich rein und baut das notwendige Wissen auf.“ Dazu gehören erstens intensive Eigenrecherchen. „Read the fucking manual“ ist an der 42 ein gängiger Appell. Zweitens ist die gegenseitige Unterstützung enorm. „An der 42 Heilbronn ist wirklich jeder Coder bereit, bei Fragen Hilfestellung zu geben und Probleme gemeinsam zu lösen.“ Drittens ist der Peer- to-Peer-Ansatz darauf angelegt, dass sich die Studierenden gegenseitig Feedback geben. Wer meint ein Projekt erfolgreich abgeschlossen zu haben, lässt es von drei verschiedenen Mitstudierenden prüfen und erklärt ihnen sämtliche Schritte. Dafür bedarf es zwingend eines tiefen Verständnisses des Projektes. Und man lernt, sich und seine Lösungen fast schon spielerisch zu hinterfragen.

Und wieder ab ins kalte Wasser…

Diese Erfahrungen helfen Felix nun auch bei Fujitsu. Ähnlich wie an der 42 Heilbronn bekommt er in der ersten Woche konkrete Aufgabenstellungen. Seine Kernaufgabe lautet, den Fujitsu eigenen BS2000 Mainframes weiterzuentwickeln. Bereits in der ersten Woche soll er mit der Modernisierung einiger Pakete für das M2000 Betriebssystem beginnen. Eine wirklich coole Aufgabe, bei der er an Zukunftsprojekten programmiert. Das Wort Selbstverwirklichung fällt. Zwar muss er sich von der Programmiersprache C/C++ auf JavaScript umstellen, aber die an der 42 erlernten Grundlagen helfen dabei enorm. Felix: „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich in der ersten Woche schon an konkreten Projekten arbeiten kann. Umso größer die Freude, wirklich direkt ins Tagesgeschäft integriert zu werden.“ Zumal das Feedback von Kollegen und Vorgesetzten nach wenigen Wochen ausgesprochen gut ausfällt.

Der Schule weiter eng verbunden

Das deutsche Fujitsu-Headquarter ist in München. Stadt und Leute schätzt Felix sehr, ein Umzug ist sehr gut möglich. Aber bis es soweit ist, arbeitet er von zu Hause aus, unweit von Heilbronn. Remote Work ist bei dem Konzern ein übliches Arbeitsmodell, das Felix – insbesondere nach seinen Erfahrungen als Software Consultant – absolut genießt. Und so kann er auch einmal die Woche an der 42 Heilbronn vorbeischauen. Felix: „Die 42 ist viel mehr als eine Schule. Es ist für die meisten ein Lebensraum, in dem man Freunde trifft, eine gute Zeit hat und dabei gemeinsam Coding-Projekte entwickelt.“ Seine persönliche Wertschätzung gegenüber den Menschen in der Weipertstraße könnte größer kaum sein. Ob Studierende oder Mitarbeitende, ich bin echt allen enorm dankbar für die Unterstützung und die Inspirationen, die ich in den anderthalb Jahren an der 42 Heilbronn erfahren habe – echt prägend und einmalig!“

Felix ist einer der ersten Absolventen der 42 Heilbronn, der sich für den Weg in einen Vollzeitvertrag entschieden hat. Sein Ratschlag an die Studierenden: Immer dranbleiben, offen für neue Impulse sein und auf andere zugehen. Der Rest ergibt sich fast schon von selbst. Ach ja, und nie vergessen: „Read the fucking manual“, wie Felix lachend ruft.

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