CODEN FÜR EINE BESSERE WELT

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CODEN FÜR EINE BESSERE WELT

2020, das lässt sich ohne Mühe vorhersagen, wird nicht in guter Erinnerung bleiben. Die globalen Herausforderungen, die uns jetzt und in Zukunft gegenüberstehen, sind von beispiellosem Ausmaß. Covid19 hat unser Leben auf dramatische Weise verändert und soziale Ungleichheiten noch einmal offengelegt. Die Folgen werden uns noch lange beschäftigen.

Ungleich größer und komplexer zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels und weisen in eine düstere Zukunft. Es ist nachvollziehbar, dass sich angesichts dieser Lage Frust und Hoffnungslosigkeit breit machen. Aber: Es gibt Antworten und Lösungen. Und die Tech-Branche und die Menschen dahinter können helfen, sie zu finden.

EIN KLEINER UNTERSCHIED

Dabei sind die Schritte nicht immer offensichtlich. Der niederländische Entwickler Danny van Kooten etwa ist mitverantwortlich für das Plugin ‚Mailchimp for WordPress’. Kürzlich hat er es überarbeitet und den Code verschlankt. Um 20KB. Eine verschwindend kleine Datenmenge, die aber ins Gewicht fällt. Denn das Plugin ist auf gut zwei Millionen Websites aktiviert. Das dadurch eingesparte CO2 entspricht mehreren Flügen von Amsterdam nach New York und zurück (LINK).

Die Anekdote zeigt die Bedeutung von nachhaltigem Programmieren. Das Netz verbraucht riesige Mengen Energie. Es lohnt sich also, den Code von Websites und Apps schlank zu halten. Die gesparte Energie beim Datentransfer ist enorm. Allein durch effiziente Programmierung lässt sich unsere CO2 Bilanz senken. Dafür braucht es gute Programmierer*innen, die den Code auf unnötigen Ballast durchforsten und Programme dementsprechend auch bewusst entwickeln können.

Doch Coding kann noch mehr tun, um Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit zu finden. Und es gibt viele Menschen, die Fähigkeiten und Zeit zur Verfügung stellen, um danach zu suchen. Sie vernetzen sich auf Hackerthons und schreiben gemeinsam Software, die konkrete Probleme löst oder es durch eine bessere Datenverarbeitung überhaupt erst ermöglicht, tiefer liegende Probleme zu erkennen. Denn wichtig ist nicht nur, wie gut etwas programmiert ist. Sondern vor allem wofür.

HANDS ON!

Beim Climathon zum Beispiel wird auf der ganzen Welt gemeinsam an digitalen Ideen für den Klimaschutz gearbeitet (LINK). Bei einem Event in Schweden suchten die Entwickler nach Lösungen, um die Belastung durch Plastik zu verringern, etwa durch neue Wege der Mülltrennung oder innovatives Produktdesign. Im Februar suchte die Welthungerhilfe mit einem Hackerthon nach Lösungen für ein moderneres Fundraising und die bessere weltweite Vernetzung ihrer Mitarbeiter*innen (LINK). Und das Guardian Project entwickelt Open Source Software und Geräte, um etwa Aktivist*innen, Journalist*innen oder NGOs sichere Kommunikation zu ermöglichen, wo diese andernfalls gefährlich oder unmöglich ist (LINK). Auch Teams des 42 Netzwerks sind aktiv: Sie arbeiten an der Entwicklung einer KI, die alle verfügbaren wissenschaftlichen Daten zu Covid19 analysiert, sortiert und den Zugang dazu erleichtern soll (LINK).

Projekte wie diese helfen nicht nur dem Planeten und den Mitmenschen. Sie bieten auch Gelegenheiten, in stark diversen Teams an einem gemeinsamen Ziel zu arbeiten und so die eigenen Soft Skills zu stärken. Ganz nebenbei steht am Ende die Erkenntnis, dass unterschiedliche Wirklichkeiten, Lebensumstände und Perspektiven zwingend zu besseren Anwendungen führen. Nicht zuletzt schärfen sie das Verständnis der eigenen Verantwortung und der Konsequenzen des eigenen Handelns.

Oft wird das Bild des Schmetterlings bemüht, dessen Flügelschlag einen Tornado verursacht. Weniger pathetisch und bezogen auf unseren Alltag und unsere Arbeit lässt sich festhalten: Kleine Details können einen großen Unterschied machen. Auch guter Code macht einen großen Unterschied. Nicht nur im Sinne kraftvoller Anwendungen und guter User Experience. Sondern als wichtiger Beitrag unserer Branche für eine bessere Zukunft.

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